Filme, die entweder nicht genug Stoff für eine ausführliche Kritik bieten, oder einfach zu schlecht sind um sich länger mit ihnen zu beschäftigen, werden in dieser Rubrik kurz und bündig bewertet.
Dieses Mal im Mittelpunkt: Die Filmstarts dieser, bzw. der letzten Woche.
Never Let Me Go (Alles, was wir geben mussten)
Mit sehr viel Verspätung kommt diese Verfilmung eines Romans von Kazuo Ishiguro nun endlich auch in Deutschland in die Kinos, und Freunde großer Dramen können sich die Hände reiben. Keira Knightley, Carey Mulligan und Andrew Garfield spielen in „Never Let Me Go“ drei menschliche Ersatzteillager, die in einer dystopischen Welt aufwachsen, in der sie für die Gesundheit eines anderen Menschen ihre Organe lassen zu müssen.
Die hervorragende Leistung der gesamten Besetzung wird in großen, stimmungsvollen Bildern eingefangen, die ein gutes Gegenstück zu der sehr begrenzten Erzählperspektive des Films darstellt. Über die Welt, in der die drei Hauptfiguren mit ihrem Schicksal hadern, verrät der Film selbst letztlich leider fast nichts, und die Handlung wird stellenweise zu schnell vorangetrieben, um über die Laufzeit des Films vollständig mit den Hauptfiguren zu sympathisieren. Trotz dieser kleinen Defizite sollte man „Never Let Me Go“ dennoch nicht verpassen, allein schon wegen der wieder mal großartigen Keira Knightley.
Fazit: Großes Drama, das in stimmungsvollen Bildern eingefangen und von starken schauspielerischen Leistungen getragen wird. Klare Empfehlung.
The Fighter
Gleich vorweg: wer jemals einen Streifen rund um den Aufstieg oder das Comeback eines Boxers gesehen hat, hat „The Fighter“ gesehen, und auch wenn „Rocky“ mit dieser Story seinerzeit noch den Oscar für den besten Film abräumen konnte, hat sich das Genre seitdem mehr als ein Mal im Kreis gedreht, ohne neue Akzente zu setzen.
Wer über diesen Umstand hinwegsehen kann, bekommt mit „The Fighter“ immerhin eine Paradelektion in Sachen Schauspiel: Christian Bale bekam für seine Rolle als drogenabhängiger Ex-Boxer, der seinen Bruder zum erneuten Aufstieg verhelfen will, nicht umsonst den diesjährigen Oscar als bester Nebendarsteller, und auch der restliche Cast (Amy Adams, Melissa Leo) steht ihm in nichts nach. Als Ausnahme ist hierbei allerdings Mark Wahlberg zu nennen, der wieder beweist wie einseitig und monoton sein Schauspiel ist, und der sich auch in Zukunft nur Filme aussuchen sollte, in denen er wenig zu sagen und dafür selten ein Hemd an hat. Auch wenn die Boxkämpfe selbst sehr energetisch inszeniert sind und dem Sport damit alle Ehre machen, ist „The Fighter“ unter dem Strich insgesamt aber leider kaum mehr als die x-te Kopie einer Kopie, die nur durch einen realistischen Look und den spürbaren Einsatz der Schauspieler vor dem Mittelmaß bewahrt wird.
Fazit: Kennt man einen Film über das Boxen, kennt man alle; nur der Look und die starke Besetzung retten „The Fighter“ vor der Irrelevanz.
Battle: Los Angeles (World Invasion: Battle Los Angeles)
Und der Preis für die nutzloseste Übersetzung eines Filmtitels geht an: „World Invasion: Battle Los Angeles“. Aber bei diesem Preis bleibt es leider nicht, der Streifen gewinnt auch die Trophäe für den größtmöglichen Qualitätsunterschied zwischen Trailer und Film, für die langweiligsten Charaktere des bisherigen Jahres und einen Sonderpreis für sein Script, das im Prinzip nur aus gebrüllten Befehlen besteht.
Es ist also wieder so weit: Hollywood hat einen herzlosen, grauenhaft vorhersehbaren Action-Streifen gemacht, in dem Außerirdische die Erde angreifen und das Zentrum der Invasion sich selbstverständlich in einer amerikanischen Großstadt befindet. Dass der immer souveräne Aaron Eckhardt die Hauptrolle verkörpert, macht die Sache leider nur wenig besser – zu unübersichtlich ist die Action in Szene gesetzt, zu schlecht sind die Spezialeffekte (vor allem der Aliens selbst). Wer, wie ich, aufgrund des Trailers viel erwartet hat wird maßlos enttäuscht: „World Invasion: Battle Los Angeles“ ist nichts weiter als ein moderner „Independence Day“, nur ohne dessen Charme, Witz und Charaktere, und sollte auch von Fans des Genres besser links liegen gelassen werden.
Fazit: Am besten ignorieren, auch wenn die Trailer wirklich gut aussehen. Erste große Enttäuschung des Jahres.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen