Donnerstag, März 31

Filmkritiken: Tron + Tron: Legacy


Zwei Filme, zwei, für ihre Zeit visuell beeindruckende Erfahrungen, im Prinzip nur nur ein Review. Ich habe kopiert und eingefügt wie ein WeltM(ini)eister, hier ein wenig gedreht, da ein wenig die Namen geändert und schäme mich nicht dafür. Warum? Weil es niemandem auffallen würde.


Tron
 
Was hat man nicht alles von diesem Streifen gehört – ob man nun wollte oder nicht: Der erste „Tron“ aus dem Jahr 1982 gilt unter Nerds und Freunden der Science-Fiction als Kultklassiker, der seiner Zeit voraus war und den Geist der 80er einfing wie kein Zweiter. Umso schwerer fällt es heute, diesen Streifen zu sehen; kann ein Film, der so sehr in seiner Zeit verankert ist, aus heutiger Sicht noch beeindrucken? Kurz und bündig: nein, er kann es nicht.


Dabei liegt das nicht einmal an den angegrauten Effekten: Die Story rund um Jeff Bridges, der in eine digitale Welt gesogen wird und dort gegen eine künstliche Intelligenz ankämpft, ist einfach ganz schrecklich banal und verkommt schnell zur Nebensache. Neben einer undurchsichtigen, wahllosen Architektur, bei der nie klar ist wer sich wo befindet und wie weit die Figuren noch von ihrem Ziel entfernt sind, fällt „Tron“ vor allem aber dem Alice-im-Wunderland-Syndrom anheim: Jeff Bridges stolpert mitsamt einiger cooler Sprüche ohne klar erkennbare Linie von einem bunten Hintergrund zum nächsten, Figuren werden nur eingeführt um die Story voran zu treiben und irgendwie wirkt das Ganze einfach richtig trashig.


Wer sich um Menschlichkeit, fühlbare Konflikte und emotionales Gewicht sorgt ist hier fehl am Platz, der Streifen will in erster Linie eine Vision sein, die sich, wie wir heute wissen, nicht erfüllt hat. So ambitioniert und wegweisend die Effekte seinerzeit auch gewesen sein mögen, ist „Tron“ unter dem Strich nicht mehr als ein fehlgeschlagenes Experiment, das sich viel länger anfühlt als es ist, und abgesehen von seinem Look keine nennenswerte Qualität besitzt.


Fazit: Langatmiger, trashiger Streifen, dessen geringstes Problem seltsamerweise die visuellen Effekte sind. Ein weiteres Beispiel dafür, dass der Begriff „Kultklassiker“ sehr dehnbar ist.





Tron: Legacy

Fast 30 Jahre nach dem Original noch eine Fortsetzung zu drehen klingt im ersten Moment nicht nach einer guten Idee, trotzdem ist dieser Ansatz immerhin ein wenig gewagter als den ersten Teil einfach nochmal neu aufzulegen. Sobald der Film aber beginnt merkt man, dass hier etwas nicht stimmt: „Tron: Legacy“ ist schlicht und ergreifend ein Remake des ersten Teils mit dem einzigen Stilmittel, das jedem Film aus Hollywood jederzeit zur Verfügung steht: Bombast.


Die Story rund um Garrett Hedlund, der den Sohn von Jeff Bridges spielt und ebenfalls in eine digitale Welt gesogen wird, in der er gegen eine künstliche Intelligenz kämpfen muss, ist ganz schrecklich banal, voller riesiger Löcher und verkommt schnell zur Nebensache. Garrett Hedlund stolpert mitsamt einiger cooler Sprüche ohne klar erkennbare Linie von einem, zugegeben gut aussehendem Hintergrund zum nächsten, und ruft nicht selten Erinnerungen an das nichtexistente Charisma eines Sam Worthington hervor. Figuren werden nur eingeführt um die Story voran zu treiben und irgendwie wirkt das Ganze einfach seelenlos. Daran kann leider die bezaubernde Olivia Wilde auch nichts ändern, die zwar eine typische Hollywood-Heroine spielt, aber dennoch die beste Performance des Films abliefert. Die wichtigste Frage aber ist, warum die Titelfigur nur 5 Minuten lang auftaucht - was haben sich die Drehbuchautoren nur dabei gedacht?


Der hochgelobte Daft-Punk-Soundtrack – der sich dreist bei „Inception“ bedient – kennt nur einen Zustand, nämlich laut, und ertränkt auch die versucht emotionalen Szenen in immer gleichen Electro-Sounds. Dazu kommen viel zu oft kopierte Kampfchoreographien, die nur selten die Gegebenheiten der Welt ausnutzen (als positives Beispiel seien hier die Rennen auf den Lighty Cycles genannt). Der Stil der Welt selbst ist dagegen hochpoliert und äußerst schick, wobei man das bei einem Budget von 170 Millionen Dollar auch erwarten dürfte.


Wer sich um Menschlichkeit, fühlbare Konflikte und emotionales Gewicht sorgt ist hier allerdings, genau wie im ersten Teil, fehl am Platz. So beeindruckend die Effekte auch sein mögen, ist „Tron“ unter dem Strich nicht mehr als ein herzlose Fortsetzung, die die gleichen Stärken und Schwächen besitzt wie das Original, und dieser Umstand ist nach 28 Jahren potenzieller Reifezeit schlicht nicht tragbar.  


Fazit: Langatmiger, herzloser Streifen, dessen einziger großer Pluspunkt die visuellen Effekte sind, und der damit alles verkörpert was heutzutage in Hollywood nicht funktioniert.

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