Filme, die entweder nicht genug Stoff für eine ausführliche Kritik bieten oder einfach zu schlecht sind um sich länger mit ihnen zu beschäftigen werden in dieser Rubrik kurz und bündig bewertet.
Life in a Day
Im Sommer 2010 rief Ridley Scott Menschen aus aller Welt dazu auf, selbst gedrehte Filme, die am 24. Juli aufgenommen wurden, einzuschicken, um sie zu einer Dokumentation zusammenzuschneiden. Das Endprodukt dieses Experiments heißt „Life in a Day“ und ist ein buntes Potpourri aus Geschichten, Menschen und Kulturen, dass in dieser Form einzigartig ist und zeitgleich zu seiner Premiere auf YouTube als Stream zu sehen war. Auch wenn der Film immer wieder beweist, wie trivial das Leben auf unserm Planeten eigentlich ist, ist er doch ein Dokument, das unsere Zeit reflektiert und aufzeigt, welche Möglichkeiten das Internet auch Filmemachern bietet. Erst vor kurzem erwarb ein Verleih die Rechte an dem Film, wer bis dahin nicht warten will sollte sich den Trailer angucken:
Sweetgrass
„Sweetgrass“ ist eine Dokumentation über amerikanische Cowboys, die Schafe hüten und sie von einem Ort zum anderen treiben. Was eigentlich nach einem interessanten Thema klingt, wird hier zu einem unglaublich langweiligen Film, den man schon nach einer halben Stunde kaum länger ertragen kann, auch weil er ohne Overdubs, Dialoge oder Einblendungen inszeniert ist. Wer es aber schafft, sich an die pausenlose und ohrenbetäubend Soundkulisse zu gewöhnen, wird von einer – zugegeben hübschen – Landschaft zur nächsten getrieben, ohne jemals einen Überblick über das Geschehen zu besitzen. Zu allem Überfluss sind die ‚Cowboys‘ genau so, wie man sie sich vorstellt: Ruppig, einsilbig und unsympathisch Wer das als „visuelle Anthropologie“ verstehen möchte und sich trotz meiner Warnung für den Streifen interessiert sollte sich auf fast 2 Stunden Langeweile einstellen.
Fazit: Auf vielen „Best of 2010“ Listen zu finden – zu Unrecht. Schrecklich langweilige Dokumentation.
Zoo
Dokumentation rund um einen Typen aus Amerika, der an inneren Verletzungen gestorben ist, nachdem er sich von einem Pferd hat anal penetrieren lassen. Der Film interviewed keine Personen direkt, sondern präsentiert nur deren Statements und bebildert sie mit aufwendigen, surrealistischen Szenerien, die den Stationen der Geschichte nachempfunden sind. Dieser Ansatz ist zwar überraschend, unterminiert aber den Informationsgehalt der Films und führt zu der Frage, warum man die Geschichte nicht einfach fiktionalisiert nachherzählt hat. Allerdings muss den Machern zu Gute gehalten werden, dass „Zoo“ die moralischen Frage, die sich um dieses kontroverse Thema drehen, offen lässt und beide Seiten der Debatte zu Wort kommen lässt. Trotz dieses noblen Ansatzes ist der Film insgesamt aber leider eher ein gescheitertes Experiment.
Fazit: Visuell durchaus ansprechender Film mit kontroverser Thematik, dessen Informationsgehalt leider stark zu wünschen übrig lässt.
Vielleicht geht es in "Sweetgrass" gerade darum, in 2 Stunden aufzuzeigen, wie enorm langweilig und eintönig dieses Leben ist.
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