Filme, die entweder nicht genug Stoff für eine ausführliche Kritik bieten oder einfach zu schlecht sind um sich länger mit ihnen zu beschäftigen werden in dieser Rubrik kurz und bündig bewertet.
Dieses Mal im Mittelpunkt: solide bis schlechte Remakes und Adaptionen.
Affinity
Adaption eines historischen Romans von Sarah Waters, die direkt für das britische Fernsehen produziert wurde und leider nicht sehenswert ist. Nicht, weil die Story rund um Spiritualismus und die bigotte Moral der viktorianischen Epoche keinen guten Stoff für einen Film bzw. ein Buch hergeben würden, sondern weil weder das Ensemble noch die Produktionsqualität überzeugen können.
Fazit: Lieber das Buch lesen (auch wenn wenn die Adaption deutlich mehr Fleisch zu bieten hat).
Brothers
Tobey McGuire und Jake Gyllenhall spielen zwei Brüder, von denen der eine ins afghanische Kriegsgebiet fährt während sich der andere sich um die zurückgelassene Familie kümmert. Die Familie besteht in diesem Fall vor allem aus Natalie Portman, die – SPOILERALARM – wieder mal auf ganzer Linie überzeugt und den Hauptgrund darstellt, sich „Brothers“ anzugucken. Die beiden männlichen Hauptdarsteller verblassen neben ihr zu langweiligen Karikaturen, während vor allem McGuire seiner Rolle nicht annähernd gewachsen ist. Auch wenn der Film durchaus eine hohe visuelle Qualität besitzt verkommt er damit daher leider zu einer vorhersehbaren Neuauflage eines alten Themas, das keine originellen Ideen zu bieten hat.
Fazit: Remake mit altbackenem Plot, dass sich zu viel Zeit nimmt und nur mit einer sehr guten Leistung von Natalie Portman ein wenig aus der Masse heraussticht.
Flipped
Zuckersüße Liebesgeschichte um zwei Kinder, die im Amerika der 50ern zu Jugendlichen heranwachsen und sich sehr schwer tun, zueinander zu finden. Gilt als Geheimtipp des letzten Jahres und wurde von Rob Reiner, seines Teils Hollywood-Urgestein und Regisseur des ewigen Klassikers „This Is Spın̈al Tap“ durchaus solide inszeniert, ist aber leider nicht ganz so gut wie sein Ruf. Wer auch mal Lust auf einen herzlichen, ein wenig kitschigen Streifen hat, macht mit „Flipped“ definitiv nichts falsch, sollte aber auch keine Überraschungen erwarten.
Fazit: Solide Romanze rund um zwei charmante Jungdarsteller. Durchaus einen Blick wert.
I Spit On Your Grave (2010)
Remake des „Kultklassikers“ des Sexploitation-Genres, der seinerzeit für weltweite Entrüstung gesorgt hat und auch heute noch vielerorts auf dem Index steht. So ein Streifen hätte sicherlich kein Remake nötig gehabt hätte, aber gierige Hollywood-Produzenten sind sich bekanntermaßen für nichts zu schade. Die platte (und moralisch verkrüppelte) Story rund um den Rachefeldzug einer missbrauchten Frau wurde komplett aus dem Originial übernommen, allerdings wurde der Gewaltgrad wie erwartet angezogen. Zusätzlich sieht der Streifen sehr realistisch aus, was für Freunde des Genres sicher ein Qualitätsmerkmal darstellt, aber nicht über die unterirdisch schlechte schauspielerische Leistung des gesamten Ensembles hinwegtäuschen kann.
Fazit: Überaus hartes und bodenlos schlechtes Remake, das niemand braucht und nur – gemeinsam mit dem Original – für die Mülltonne zu gebrauchen ist.
Mystery Team
3 viel zu alte Typen machen einen auf High-School-Privatdetektive und reißen die flachsten Witze, die man sich überhaupt vorstellen kann. Hab den Streifen nur gesehen weil Donald Glover (aus „Community“) und Aubrey Plaza (aus „Scott Pilgrim vs. The World“) mitspielen, aber beide wirken, als würden sie ihr Geld lieber mit etwas anderem verdienen. Dabei ist Donald Glover zusammen mit den anderen beiden Hauptdarstellern für die gesamte Produktion verantwortlich und beweist in „Community“ Woche um Woche, dass er ein großartiges komödiantisches Timing besitzt. Hier aber reihen sich schlechte Altherrenwitze an unlustige Absurditäten, ohne dass die Figuren eine Miene verziehen. Gut möglich dass es Fans dieses Humors gibt, ich zähle aber definitiv nicht dazu.
Fazit: Scheint im Internet eine große Fangemeinde zu besitzen, warum auch immer. Für Fans von „Napolean Dynamite“ und Ähnlichem.
When Will I Be Loved
Absoluter Bullshit mit Neve Campbell, die etwas über 70 Minuten lang versucht, die Femme Fatale zu spielen, ohne dass man es ihr auch nur eine Sekunde lang abnimmt. Ihr wird in diesem Machwerk ein unmoralisches Angebot gemacht, dass sie besser hätte ablehnen sollen, genau wie diese Rolle. Der erste Akt ist absolut sterbenslangweilig, es passiert buchstäblich nichts, und auch danach wird der Streifen eigentlich nicht besser, auch wenn plötzlich ein Plot auftaucht. Dazu kommt ein schlechter Schnitt, ein viel zu lauter, nervtötender Soundtrack und Schauspielkunst, die man kaum so nennen kann. Wer sich (wie ich) wenigstens auf ein paar Duschszenen mit Campbell freut sei gewarnt: Manchmal ist es besser, seinen Phantasien nachzuhängen.
Fazit: So unglaublich schlecht dass man eigentlich mal reingucken sollte, aber nur, wenn man einen starken Magen besitzt.
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