Mit „127 Hours“ bringt Regisseur Danny Boyle die fünf wichtigsten Tage im Leben des Kletterers Aron Ralston auf die Leinwand. Wer mit diesem Namen nichts anfangen kann, sollte sich auf der Stelle „127 Hours“ angucken und danach erst weiterlesen, denn es ist kaum auszudenken, wie jemand diesen Film empfindet, der den Ablauf und Ausgang dieser bewegenden Geschichte noch nicht kennt. Alle anderen lesen weiter und werden nach dem Anschauen des Films zu dem gleichen Ergebnis kommen: „127 Hours“ ist großes Kino, das trotz einiger Makel niemanden kalt lassen wird.
„127 Hours“ basiert auf dem Buch „Between a Rock and a Hard Place“ von besagtem Aron Ralston, in dem er die vielleicht wichtigste Zeit seines Lebens verarbeitet: Im Jahr 2003 stürzte Ralston bei einem Klettertrip im amerikanischen Utah in eine Felsspalte und klemmte sich den rechten Arm unter einem mehrere hundert Kilo schweren Stein ein. „127 Hours“ zeigt, was mit Ralston in diesen Tagen abseits der Zivilisation geschah und wie aus dem jungen Mann ein neuer Mensch wurde.
Nachdem Regisseur Danny Boyle mit „Slumdog Millionaire“ im Jahr 2008 die halbe, wenn nicht ganze Welt im Sturm eroberte, entschied er sich, mit „127 Hours“ einen Film zu drehen, dessen Story auf dem Blatt wohl kaum weiter von seinem größten Erfolg entfernt sein könnte. Anstatt „127 Hours“ jedoch als schweres, intimes Kammerspiel zu präsentieren, dass den Fokus nur auf die Hauptfigur und ihren Umgang mit der Situation legt, inszeniert er den Film überraschenderweise als stellenweise rasanten Actionfilm. Dieser Anspruch, der sich in schnellen Schnitten, exzentrischen Kameraeinstellungen und vor allem auch dem Drehbuch selbst widerspiegelt, tut dem Film allerdings nur selten gut.
Anstatt dem Zuschauer genügend Zeit zu lassen, sich an die Situation zu gewöhnen, und ihre Tragweite zu verstehen, zieht er das Tempo schon früh an. Die Angst und die Verzweiflung, die Ralston in diesen Stunden ständig begleiteten, geraten daher schnell in den Hintergrund. Dieser Makel wäre zu vermeiden gewesen, indem Boyle dem Zuschauer mehr Zeit mit Ralston allein zugestanden hätte, um die schreckliche und eigentlich unglaubliche Situation, in der sich Ralston befand, noch leichter verständlich zu machen. So aber verliert „127 Hours“ vor allem in der Mitte an emotionaler Tiefe und verkommt immer wieder zu einer Spielwiese für Boyles Versuche, den Film schneller und aufregender zu machen, als er eigentlich sein sollte. Als absoluter Glücksgriff erweist sich hier jedoch die Besetzung der Hauptrolle, die dieses Problem zu weiten Teilen aufwiegt.
Es ist die Rolle seines bisherigen Lebens: Franco zeigt hier, dass er längst kein „Nachwuchstalent“ mehr ist, sondern schon jetzt in der ersten Schauspielliga spielt. Was er in „127 Hours“ macht ist schlicht perfekt; nie ertappt man ihn beim schauspielen, immer bleibt er überzeugend und glaubwürdig. Wer von „127 Hours“ spricht, spricht vor allem von James Francos Performance. Für diese Rolle hat er alle Preise verdient, und es schwer vorstellbar, wie seine Karriere sich entwickeln wird, wenn er schon jetzt so sehr brilliert.
Vor allem Francos Arbeit ist es damit auch zu verdanken, dass „127 Hours“ zu einem bewegenden Filmerlebnis wird, das immer wieder schwer anzuschauen ist, letztlich aber eine sehr positive, lebensbejahende Botschaft vermittelt. Mit ein wenig mehr Zurückhaltung und Bedacht auf Seiten der Inszenierung hätte aus „127 Hours“ der beste Film des letzten bzw. dieses Jahres werden können, und es ist sehr schade um das verschenkte Potenzial. Letztlich ist der Streifen dennoch großes Kino, das jeder Filmfreund sehen sollte und sicher an niemandem spurlos vorbeigehen wird.
Fazit: Fantastisch gespieltes, stellenweise leider zu rasant inszeniertes Erlebnis mit positiver, herzergreifender Botschaft. Klare Empfehlung.
„127 Hours“ basiert auf dem Buch „Between a Rock and a Hard Place“ von besagtem Aron Ralston, in dem er die vielleicht wichtigste Zeit seines Lebens verarbeitet: Im Jahr 2003 stürzte Ralston bei einem Klettertrip im amerikanischen Utah in eine Felsspalte und klemmte sich den rechten Arm unter einem mehrere hundert Kilo schweren Stein ein. „127 Hours“ zeigt, was mit Ralston in diesen Tagen abseits der Zivilisation geschah und wie aus dem jungen Mann ein neuer Mensch wurde.
Nachdem Regisseur Danny Boyle mit „Slumdog Millionaire“ im Jahr 2008 die halbe, wenn nicht ganze Welt im Sturm eroberte, entschied er sich, mit „127 Hours“ einen Film zu drehen, dessen Story auf dem Blatt wohl kaum weiter von seinem größten Erfolg entfernt sein könnte. Anstatt „127 Hours“ jedoch als schweres, intimes Kammerspiel zu präsentieren, dass den Fokus nur auf die Hauptfigur und ihren Umgang mit der Situation legt, inszeniert er den Film überraschenderweise als stellenweise rasanten Actionfilm. Dieser Anspruch, der sich in schnellen Schnitten, exzentrischen Kameraeinstellungen und vor allem auch dem Drehbuch selbst widerspiegelt, tut dem Film allerdings nur selten gut.
Anstatt dem Zuschauer genügend Zeit zu lassen, sich an die Situation zu gewöhnen, und ihre Tragweite zu verstehen, zieht er das Tempo schon früh an. Die Angst und die Verzweiflung, die Ralston in diesen Stunden ständig begleiteten, geraten daher schnell in den Hintergrund. Dieser Makel wäre zu vermeiden gewesen, indem Boyle dem Zuschauer mehr Zeit mit Ralston allein zugestanden hätte, um die schreckliche und eigentlich unglaubliche Situation, in der sich Ralston befand, noch leichter verständlich zu machen. So aber verliert „127 Hours“ vor allem in der Mitte an emotionaler Tiefe und verkommt immer wieder zu einer Spielwiese für Boyles Versuche, den Film schneller und aufregender zu machen, als er eigentlich sein sollte. Als absoluter Glücksgriff erweist sich hier jedoch die Besetzung der Hauptrolle, die dieses Problem zu weiten Teilen aufwiegt.
Es ist die Rolle seines bisherigen Lebens: Franco zeigt hier, dass er längst kein „Nachwuchstalent“ mehr ist, sondern schon jetzt in der ersten Schauspielliga spielt. Was er in „127 Hours“ macht ist schlicht perfekt; nie ertappt man ihn beim schauspielen, immer bleibt er überzeugend und glaubwürdig. Wer von „127 Hours“ spricht, spricht vor allem von James Francos Performance. Für diese Rolle hat er alle Preise verdient, und es schwer vorstellbar, wie seine Karriere sich entwickeln wird, wenn er schon jetzt so sehr brilliert.
Vor allem Francos Arbeit ist es damit auch zu verdanken, dass „127 Hours“ zu einem bewegenden Filmerlebnis wird, das immer wieder schwer anzuschauen ist, letztlich aber eine sehr positive, lebensbejahende Botschaft vermittelt. Mit ein wenig mehr Zurückhaltung und Bedacht auf Seiten der Inszenierung hätte aus „127 Hours“ der beste Film des letzten bzw. dieses Jahres werden können, und es ist sehr schade um das verschenkte Potenzial. Letztlich ist der Streifen dennoch großes Kino, das jeder Filmfreund sehen sollte und sicher an niemandem spurlos vorbeigehen wird.
Fazit: Fantastisch gespieltes, stellenweise leider zu rasant inszeniertes Erlebnis mit positiver, herzergreifender Botschaft. Klare Empfehlung.
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