Filme, die entweder nicht genug Stoff für eine ausführliche Kritik bieten, oder einfach zu schlecht sind um sich länger mit ihnen zu beschäftigen, werden in dieser Rubrik kurz und bündig bewertet.
Dieses Mal im Mittelpunkt: Eine besondere Ausgabe in doppelter Länge zum Thema Kammerspiele, klaustrophobischen Filmerlebnissen und allem, was mit nur wenigen Schauspielern, wenigen Sets oder gerne auch nur einem Kellergewölbe funktioniert – oder eben auch nicht.
Exam
Acht Menschen werden von einer Firma zu einem Einstellungstest geladen, und müssen zusammenarbeiten, um ihn zu bestehen: Zwar passt jeder der folgenden Filme besser zum Thema 'Kammerspiele“ weil die Figuren hier nicht eingesperrt sind, und kaum einer funktioniert so gut. Das Drehbuch steckt voller kluger Einfälle die „Exam“ trotz seiner räumlichen Begrenzung und einem kleinen Figurenensemble nie langweilig werden lassen, und wer glaubt, nach wenigen Minuten schon zu ahnen wo der Film endet, täuscht sich gewaltig. Wer Lust auf einen Thriller hat, der eher auf Stil und gute Ideen setzt als auf eine pompöse Inszenierung und große Namen ist hier genau richtig und wird sicher nicht enttäuscht.
Fazit: Hochgradig spannender, unvorhersehbarer Thriller mit großem Finale – Geheimtipp!
The Killing Room
Was „Exam“ richtig macht, macht „The Killing Room“ falsch: Anstatt sich auf eine kleine Gruppe von Personen zu reduzieren, die – in diesem Fall – in einem Experiment der amerikanischen Regierung um ihr Leben kämpfen, erzählt dieser Streifen gleichzeitig die Geschichte einer Wissenschaftlerin (Chloe Sevigny), die eben diese Gruppe von Menschen widerwillig beobachten muss. Durch diese Zweiteilung fehlt es dem Film an emotionalem Gewicht und einer beklemmenden Atmosphäre, und was zumindest in der Theorie wie ein gutes Konzept klingt, ist letztlich tödlich langweilig und nicht der Rede wert.
Fazit: Tödlich langweiliger Streifen mit einem schrecklich dummen Twist, den nicht einmal Peter Stormare retten kann.
Unknown
Alles wie gehabt: Ein paar Typen erwachen ohne Erinnerung in einer Halle und versuchen, sich zu befreien. Auch wenn die raue Ästhetik dem Streifen fast einen „Reservoir Dogs“ Anstrich verleiht und sich Darsteller wie Barry Pepper wirklich keine Blöße geben, erstickt „Unknown“ an seinem letzten Akt, in dem weder die Figuren noch der Zuschauer genau weiß, was hier eigentlich gespielt wird, und sich ein unverständlicher Twist an den nächsten Reiht.
Fazit: Gangster-Streifen mit rauer Optik, der durchaus Qualitäten besitzt, letztlich aber an einer unnötig konstruierten Geschichte scheitert.
Nine Dead
Auf „Nine Dead“ habe ich mich am meisten gefreut, weil allein schon die Zusammenfassung nach einem richtig guten Thriller klingt: Neun Menschen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, erwachen in einem Raum und haben 90 Minuten Zeit, um die Aufgabe ihres Entführers zu lösen. Schaffen sie es nicht schnell genug, muss alle 10 Minuten einer von ihnen sterben. Wer jetzt genau wie ich Lust auf den Streifen hat, wird bitter enttäuscht. Die Macher nutzen das Potential dieser Idee nicht annähernd aus und präsentieren hier nur schlechte Schauspieler und einen so löchrigen Plot, dass man das Geschehen kaum ernst nehmen kann. Lieber ein paar Folgen ‚Twilight Zone‘ gucken, die sind in der Regel eher in der Realität verankert als „Nine Dead“.
Fazit: Ganz große Enttäuschung, die stellenweise so plump ist, dass sie fast als Parodie durchgehen könnte.
Hunger (2009)
Das Schlimmste kommt zum Schluss: So was kommt dabei raus, wenn der offensichtlich größte Fan der „Saw“-Reihe mit ein paar Freunden, billigen Kameras und einer unleserlichen ‚Einführung in die Psychologie‘ einen Horror-Film drehen will. Die Tagline fragt, wie weit WIR wohl gehen würde, um zu überleben, und auch wenn die Figuren hier durchaus ohne große Probleme große Mengen an rohem Menschenfleisch verzehren um am Leben zu bleiben, würden auch sie „Hunger“ nicht mehr als ein Mal überstehen – zu schlecht sind hier einfach alle Bestandteile, die einen Film überhaupt ausmachen. Selten war eine Bewertung auf der IMDB so weit daneben wie hier, und auch wenn der Trailer gut aussieht erweist sich „Hunger“ als absoluter Schrott, den sich niemand, wirklich NIEMAND ansehen sollte.
Fazit: So unterirdisch, dass „Nine Dead“ dagegen wie der verdammte ‚Pate‘ aussieht. Sagt später nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!
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